Alternative Zahnspangen

Posted at Dez 05, 2017 | Posted in  Praxis | By Praxisteam Voslamber |

Nicht jeder Teenager findet Zahnspangen „süß“ und Kinder empfinden sie oftmals als eher „uncool“. Erwachsenen, bei denen eine Korrektur der Zahnstellung durchgeführt werden soll, scheuen oftmals den Gang zum Kieferorthopäden, da Sie keine „Metallklammern“ im Mund haben möchten. Alternativen gibt es bereits –Medizin und Forschung haben sich in den letzten Jahren einiges einfallen lassen.
 

Zur festsitzenden und lästigen Zahnspange gibt es viele Alternativen

Eine Zahnspange bedeutet im Endergebnis immer eine verbesserte Ästhetik, die Optimierung der Aussprache oder die Funktion der Hygienefähigkeit der Zähne des Patienten. Aber fast niemand möchte dafür, eine „Apparatur“ im Mund haben, die über einen längeren Zeitraum weithin sichtbar ist und eine einwandfreie Aussprache und Zahnhygiene verhindert bzw. erschwert? Inzwischen gibt es mehrere gute Alternativen, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet sind und in der Anwendung, dem äußeren Erscheinungsbild, der Sichtbarkeit und der Pflege den „alte“ Zahnspangen um Längen voraus sind.

Innovative Materialentwicklungen, weltweite Vernetzung und der technischen Fortschritte in der Kieferorthopädie haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass auch Erwachsene im fortgeschrittenen Alter ihre Zahnfehlstellungen nachträglich korrigieren lassen können. Dabei sind die Zeiten der festen Zahnspange schon lange vorbei. In der bekannten „Multibandtechnik“ wurden einzelne Brackets auf jeden Zahn geklebt, mit Drähten verbunden und in regelmäßigen Abständen nachgezogen. Jeder konnte die Zahnspange sehen. Die heutigen Alternativen sind dagegen fast unsichtbar, herausnehmbar und individuell angepasst.
 

1. Die Lingualtechnik

Hier sind die Brackets nicht auf der Vorderseite der Zähne angebracht, sondern dahinter – also auf der Seite der Zunge. Für den Betrachter von außen ist die gesamte Zahnspange nicht sichtbar. Während diese Vorteile viele Anwender überzeugt hat, sind auch ein paar Nachteile zu nennen: Neben den recht hohen Laborkosten, kann die Aussprache in den ersten 6 – 12 Wochen deutlich beeinträchtigt sein. Da die Zunge immer wieder Kontakt zu den innenliegenden Brackets hat und sich erst an den Fremdkörper gewöhnen muss.

Außerdem ist das Ergebnis nicht so exakt, da die Sicht des Kieferorthopäden auf die Drähte und Brackets eingeschränkt ist. Bei der Mundhygiene ist darauf zu achten, dass die Putztechnik „verkehrt herum“ angewendet wird. Der Wirkungsdruck wird bei der Methode mit weniger Druck betrieben, daher können sehr schwere Zahnfehlstellungen nicht korrigiert werden. Dagegen bieten sie sich die Technik bei der Behandlung kleinerer Fehlstellungen an.
 

2. Mini-Brackets

Diese Brackets sind kleiner als die Standardversionen und werden mit einem sehr präzisen indirekten Klebeverfahren aufgebracht. Auf einen Draht kann daher verzichtet werden. Die Brackets sind extrem reibungsreduziert, was für den Patienten bedeutet, dass die Behandlung mit wenig Schmerzen verbunden ist und daher deutlich schonender abläuft. Die Mini-Brackets sind zudem leichter zu reinigen, weniger sichtbar und die Behandlungsdauer verkürzt sich aufgrund weniger Kontrolltermine.
 

3. Keramik-Brackets

In exakter Zahnfarbe angepasst sind die Mini-Brackets nicht wie üblich aus Edelstahl hergestellt, sondern aus Keramik. Sie sind besonders unauffällig. An ihrer besonders glatten Oberfläche haben Bakterien keinen Platz. Sie verfärben sich nicht und sind auch nach längerer Zeit noch „wie neu“. Selbst Allergiker können diese Alternative tragen. Allerdings gibt es auch hier einige Nachteile wie zum Beispiel das schwere Ablösen am Ende der Behandlung. Zudem kann Keramik leicht brechen. Vorhandene Reststücke müssen dann mit einem Diamantbohrer entfernt werden. Hierbei kann es zu Beschädigungen des Zahnschmelzes kommen. Zudem sind Keramikbrackets dicker als die Metallbrackets.
 
 
 

4. Silikonschienen

Eine ganz neue Alternative sind die unsichtbaren Schienen von der Firma Align Technology in Kalifornien. Die unsichtbare Zahnspange Invisalign® wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kieferorthopädie und Orthodontie an der Charité-Zahnklinik entwickelt und dort in mehreren Studien am Patienten erprobt. Sie ist geeignet für alle mittelschweren Zahnfehlstellungen mit Zahnlücken von max. 6 mm. Je nach Schweregrad dauert die Behandlung mit der transparenten Silikonschiene, oder besser gesagt mit DEN transparenten Silikonschienen, zwischen 7 Monaten und 2 Jahren.

Was aussieht wie eine Schiene gegen lästiges Schnarchen, ist eine hochmodern angefertigte Silikonschiene, welche entweder mit Hilfe von Röntgenbildern, einem Silikonabdruck oder einem 3D-Scan angefertigt wird. In der Praxis von Dr. Christine Voslamber wird das 3D-Verfahren eingesetzt. Am Computer wird aus den eigescannten Daten ein 3D-Modell des Kiefers und der Zähne angefertigt. Dann wird mithilfe eines Simulationsprogramms ein Konzept entwickelt, wie sich die Zähne des Patienten schrittweise in die richtige Position bringen lassen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden im Laufe der Behandlung eine Reihe von Kunststoff-Gebissschienen angefertigt.
 

Ein neues Lächeln dank transparenter Silikonschienen

Der Patient erhält in bis zu 60 Behandlungsschritten jeweils eine neue Schiene angepasst. Das transparente Silikon der Schiene ist auf das tägliche Tragen ausgerichtet. Die alte Schiene wird jeweils nach 1 – 2 Wochen gegen eine neue Schiene ausgetauscht. Die Aligner – so werden die Schienen bezeichnet – werden alle 6 bis 8 Wochen beim Kieferorthopäden gegen einen neuen Satz ausgetauscht. Dabei wird auch der Fortschritt der Zahnkorrektur überprüft. Mögliche Veränderungen können während der Behandlung fortlaufend angepasst werden.

Die Invisalign® Zahnschienen sind jedoch nur für Erwachsene erhältlich. Das Schädelwachstum und der Zahndurchbruch bei Kindern und Jugendlichen würde ständig neue Silikonabdrücke erforderlich machen, welche die Behandlungskosten unwirtschaftlich ansteigen lassen. Ein deutlicher Vorteil gegenüber den Brackets liegt, neben der Transparenz der Schienen und der Möglichkeit des Herausnehmens zum Reinigen, vor allem in der verminderten Kariesgefahr. Rund 30 % der Behandlungen mit Brackets müssen wegen Kariesgefahr abgebrochen werden. Die Schiene aus Silikon wird dagegen zum Essen und Zähneputzen einfach herausgenommen. Außerdem sind die Zungenbewegungen beim Sprechen nicht beeinflusst.