Eine sehr häufig auftretende Fehlstellung bei Kindern ist der sogenannte Kreuzbiss. Beim Kreuzbiss stehen die Front- oder Seitenzähne im Oberkiefer zu weit nach innen oder im Unterkiefer zu weit nach außen. Die Zähne können somit nicht richtig schließen. Wo bei normalen Gebissen die Zähne ineinandergreifen, beißen die Zähen beim Kreuzbiss seitlich aneinander vorbei.

Es gibt verschiedene Ausprägungen und Behandlungsarten

  • Der Kopfbiss beschreibt das direkte Aufeinandertreffen der Seiten- und Frontzähne im Ober- und Unterkiefer. Sie greifen nicht ineinander. Entwickeln tut sich der Kopfbiss aus einer Vererbung heraus oder durch eine Zungenfehlfunktion.
  • Der einseitige Kreuzbiss umschreibt das einseitige, korrekte Aufeinanderbeißen der Zähne. Auf der anderen Seite stehen die Zähne weiter innen als die Zähne im Unterkiefer. Die Gründe sind Vererbung, eine Fehlfunktion der Zunge oder muskuläre Dysbalancen im Bewegungsapparat. In der Regel stehen mehrere Zähne im Kreuzbiss. Wird ein einseitiger Kreuzbiss nicht behandelt, kann es zu einem asymmetrischen Wachstum kommen.
  • Beim beidseitigen Kreuzbiss greifen die Zahnreihen beider Seiten nicht korrekt aufeinander. Sie beißen sozusagen seitlich aneinander vorbei. Meist sind die Gründe dieselben wie beim Kopf- und beim einseitigen Kreuzbiss. Auch der beidseitige Kreuzbiss sollte direkt nach dem Erkennen behandelt werden, damit eine Verschlimmerung und eine Asymmetrie im Bewegungsapparat vermieden werden können.
  • Der frontale Kreuzbiss wird oft als „Vorbiss“ bezeichnet. Die unteren Schneidezähne stehen vor den oberen. Meist resultiert diese Form des Kreuzbisses aus einem zu großen Unter- und einem zu kleinen Oberkiefer. Die Gründe sind meist funktionell, also auf eine Fehlfunktion der Mundmuskulatur zurückzuführen.

Ursachen und Diagnose bei Kreuzbiss

Beim Kreuzbiss ist es wichtig, diesen so schnell wie möglich zu behandeln. Eine kieferorthopädische Frühbehandlung sollte am besten im Alter zwischen vier und acht Jahren durchgeführt werden. Das erspart den betroffenen Kindern eine langjährige Behandlung während der Pubertät oder asymmetrisches Wachstum des gesamten Gebisses.

Für eine Diagnose muss der Kieferorthopäde die Ursache feststellen. Das heißt, es wird zunächst untersucht, ob die Fehlstellung skelettaler oder dentaler Natur ist. Skelettal heißt, die Fehlstellung geht anatomisch vom Kopf oder Kiefer aus. Dental bedeutet, dass die Fehlstellung wegen einer Zahnschiefstellung entstanden ist. In den meisten Fällen ist es eine Mischung aus skelettalen und dentalen Ursachen.

Für die Diagnose werden eventuelle Gesichtsasymmetrien und die Bisslage untersucht. Dann werden intraorale Untersuchungen durchgeführt. Hierbei wird u. a. die Anzahl der Zähne, die im Kreuzbiss sind, festgestellt.

Folgen der Zahnfehlstellung

Wird der Kreuzbiss nicht behandelt, kann es Folgen für das Kind haben. Ein falscher Biss sorgt automatisch dafür, dass die anderen Zähne beeinflusst werden und sich verschieben können. Gerade die einseitigen Kreuzbisse können Schmerzen im Kiefergelenk verursachen, das Kiefergelenk abnutzen und Kaustörungen hervorrufen.

Ein Kreuzbiss kommt auch immer mit einem zu schmalen Oberkiefer einher. Dadurch kann das Kind schlechter durch die Nase atmen. Zudem sind Sprachprobleme, eine Störung der Zungenmotorik, Lispeln und Probleme beim Abbeißen die Folge einer Nichtbehandlung.

Ungleichgewichte in der Kiefermuskulatur können sich außerdem auf Nacken, Kiefer und Kopf ausbreiten und zu Schmerzen in diesen Bereichen führen.

Ein früher Therapiebeginn ist für eine erfolgreiche Behandlung des Kreuzbisses sinnvoll. Am besten lässt sich die Fehlstellung am Milchzahngebiss beheben, da der Kiefer in diesem Stadium noch wächst und die Zähne einfacher und schneller korrigiert werden können.

Behandlung eines Kreuzbisses

Normalerweise wird bei der Behandlung eines Kreuzbisses der Oberkiefer vergrößert. Je nach Schweregrad werden verschiedene Mittel, manchmal auch in Kombination miteinander, angewandt. Dazu gehören Aktivatoren, aktive herausnehmbare Zahnspangen, Gaumennahterweiterungsapparaturen, Zahnschienen (Aligner) sowie feste Zahnspangen.

Der Zeitraum für eine solche Behandlung ist schwer zu pauschalisieren. Meist nimmt die Therapie nicht länger als drei Jahre in Anspruch, sie kann aber auch kürzer oder in schwerwiegenden Fällen länger dauern. Abhängig ist die Dauer vom Schweregrad.

Feste Zahnspangen und Gaumennahterweiterungsapparate werden meist nicht länger als 18 Monate eingesetzt. Ergänzt werden kann diese Behandlung mit dem späteren Einsatz von herausnehmbaren Zahnspangen und -schienen.

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