Herausnehmbare Zahnspangen erfreuen sich großer Beliebtheit. Dafür gibt es eine Reihe sehr guter Gründe. Die modernen Modelle aus hochwertigem Kunststoff sind fast unsichtbar und stellen keine optische Beeinträchtigung dar. Darüber hinaus stören die Zahnspangen nicht beim Essen oder bei der täglichen Zahnhygiene, da sie bei diesen Gelegenheiten herausgenommen werden können. Eine kurzzeitige Trageunterbrechung während der Mahlzeiten oder dem Zähneputzen bewirkt keinen Nachteil für den therapeutischen Erfolg. Selbst wenn die Spange ausnahmsweise einmal für ein paar Stunden herausgenommen wird, weil die Trägerin oder der Träger an einem wichtigen Ereignis ohne Zahnklammer teilnehmen möchte, bleibt das ohne Konsequenzen.

Wenn die Ausnahmen aber zur Regel werden und die Spange zu selten oder nie lang genug getragen wird, hat das Folgen. Welchen Konsequenzen eintreten, hängt vor allem vom Korrekturzweck ab.

Womit müssen Sie rechnen, wenn Sie die Spange zu oft herausnehmen?

Dient die Zahnspange bei ihrem Kind als Lückenhalter bei vorzeitigem Milchzahnverlust, sollten sie auf Disziplin beim Tragen achten. Andernfalls können die Nachbarzähne in die Lücke wandern. Für den nachwachsenden Zahn bleibt dann kein Platz mehr, was oft aufwendige Korrekturmaßnahmen nach sich zieht. Im schlimmsten Fall muss der nachwachsende Zahn, für den die Lücke gedacht war, sogar gezogen werden. Damit geht an sich gesundes Zahnmaterial verloren, was nicht wünschenswert ist.

Bei klassischen Zahnspangen, die getragen werden, um Fehlstellungen zu beheben, bleibt bei unzureichender Disziplin einfach der Erfolg aus. Wird die lose Spange nicht oft und lange genug getragen, behalten die Zähne ihre ursprüngliche Form bei. Die Zahnspange wird dadurch zur Fehlinvestition.

Auch nach erfolgreicher Korrektur einer Fehlstellung darf nicht sofort auf eine Spange verzichtet werden, was viele Betroffene frustriert – hier heißt es durchhalten. Die sogenannten Retentionszahnspangen, die nachts getragen werden, um den Erfolg zu sichern, sind äußerst wichtig. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich die Zähne in ihre alte Position zurückbewegen. Besonders groß ist das Risiko bei den Schneidezähnen.

Was tun, wenn die lose Spange nicht das Richtige für Sie ist?

Eltern können ihr Kind nicht rund um die Uhr bewachen. Wenn der therapeutische Erfolg einer losen Zahnspange ausbleibt, nimmt das Kind die Spange wahrscheinlich zu oft heimlich heraus. Sofern Gespräche nicht helfen, sollte der Wechsel zu einer festen Zahnspange erwogen werden. Hierfür gibt es mittlerweile sehr diskrete, kaum sichtbare Modelle. Auch Erwachsene, die bei sich einen Disziplinmangel bemerken, sollten über einen Wechsel des Modells nachdenken.

Sofern die Zahnspange nicht bewusst abgelehnt, sondern einfach nur vergessen wird, helfen oftmals kleine Zettel am Badezimmerspiegel, an der Kühlschranktür oder auf dem Nachtkästchen. Wer viel mit dem Computer arbeitet, kann sich einen wiederkehrenden Termin hinterlegen. Dann wird er täglich vom E-Mail-Programm gefragt, ob er seine Zahnspange heute schon eingesetzt hat.

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