Was lässt uns eigentlich mit den Zähnen knirschen? Sprichwörtlich tun wir das, wenn uns etwas wirklich heftig verärgert hat. Tatsächlich kann Bruxismus, so der medizinische Fachausdruck für dieses Phänomen, psychologisch begründet sein. Das ist aber nicht die einzige Ursache. Was uns sonst noch mit den Zähnen knirschen lässt und welche Folgen das haben kann, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag kurz erläutern.

Orthopädische Ursachen

Wenn Sie vor allem nachts mit den Zähnen knirschen, kann die Ursache dafür in einer Kiefergelenkserkrankung begründet liegen. In diesen Fällen sorgt oftmals eine sogenannte Non-Okklusion, also ein fehlerhafter Zusammenbiss der Kiefer, dafür, dass die beiden Zahnreihen gegeneinander reiben. Mittelfristig wirkt sich dies negativ auf den Muskeltonus aus. Die Kaumuskulatur ist ständig überlastet, was das Problem noch zusätzlich verstärkt.

Prothetische Ursachen

Wenn der Zusammenbiss gestört ist, muss das aber nicht immer an den Kiefergelenken liegen. Oftmals sind auch die Zähne selbst schuld. Besonders häufig tritt das Problem bei Menschen auf, deren natürliche Zähne starke Fehlstellungen oder Deformationen aufweisen. Auch in diesen Fällen schließen die Kiefer nicht richtig ab, was ein unliebsames Knirschen zur Folge hat.
Den gleichen Effekt hat ein schlecht angepasster Zahnersatz. Wenn Brücken, Kronen oder Prothesen nicht richtig sitzen, kann das beim betroffenen Patienten ebenfalls Bruxismus verursachen, der dann oftmals auch tagsüber auftritt.

Biochemische Ursachen

Unser Körper ist ein großes Chemielabor. Was oft scherzhaft behauptet wird, ist gar nicht so falsch und kann uns unter ungünstigen Umständen mit den Zähnen knirschen lassen. Zumindest gibt es zahlreiche Mediziner, die vermuten, dass Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin in Verbindung mit körpereigenen Botenstoffen, insbesondere Adrenalin, Dopamin und Serotonin, die neuralgischen Prozesse im Gehirn beeinflussen und das die Steuerung unserer Kiefermuskulatur beeinträchtigen kann.
Ob dieser Effekt das Zähneknirschen auslösen oder einen bereits vorhandenen Bruxismus lediglich verstärken kann, ist unter den Experten aber umstritten.

Psychologische Ursachen

Dass die Psyche beim Zähneknirschen mit im Spiel sein kann, wurde oben ja bereits erwähnt. Starke Emotionen wie Angst, Ärger und Wut oder großer Stress im Berufsleben oder in der Familie führen zu enormen seelischen Anspannungen. Diese werden von uns vorwiegend nachts, während des Schlafs, psychologisch verarbeitet. Eine Begleiterscheinung dieses Verarbeitungsprozesses ist bei manchen Menschen das nächtliche Zähneknirschen.

Welche Folgen hat Bruxismus?

Nun wissen Sie, was der Auslöser für die Störung sein kann. Sicherlich interessiert Sie aber auch, ob das Zähneknirschen nicht nur lästig ist, sondern ob ernsthafte Konsequenzen drohen. Das Bruxismus soziale Folgen haben kann, merken die Betroffenen meist schnell. Auch wenn das Zähneknirschen nicht ganz so aufdringlich ist wie Schnarchgeräusche, fühlt sich das Umfeld oft gestört. Der Partner beklagt sich über den fehlenden Nachtschlaf und im Flugzeug blicken Betroffene früher oder später in das betretene Gesicht einer Stewardess, die versucht, das Problem höflich zu adressieren. Spätestens dann sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, da heftiges Zähneknirschen vor allem körperliche Folgen haben kann.

Erste Anzeichen dafür sind meist Kopfschmerzen, die durch die permanent verspannte und überlastete Kiefer- und Kaumuskulatur ausgelöst werden. Oft kommen Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich hinzu, die sehr schmerzhaft sein können und die Bewegungsfähigkeit einschränken. Darüber hinaus drohen, zumindest mittelfristig, Schäden am Kauapparat selbst.

Belastung für Zähne, Zahnschmelz und Kiefergelenk

Beim nächtlichen Mahlen mit den Zähnen werden enorme Kräfte freigesetzt und das bei vielen Menschen über Stunden hinweg. Dieser Belastung ist der Zahnschmelz auf Dauer nicht gewachsen. Er beginnt sich abzuschleifen, wodurch die Zähne empfindlicher auf äußere Reize reagieren. Wärme, Kälte oder scharfe Gewürze können dann zu Zahnschmerzen führen.

Durch diese Zahnschmerzen, die sehr heftig sein können, verspannt sich die Gesichts- und Kiefermuskulatur noch mehr, sodass für die Betroffenen oft ein Teufelskreis beginnt, den Sie am besten gleich bei den ersten Anzeichen unterbrechen sollten.

Wenn Sie selbst immer wieder mit den Zähnen knirschen, holen Sie sich am besten zeitnah Unterstützung bei einer erfahrenen Kieferorthopädin. Frau. Dr. Christine Voslamber ist genau die richtige Ansprechpartnerin für Sie. Unangenehm muss Ihnen eine Konsultation aus diesem Grund nicht sein. Frau Dr. Voslamber steht Ihren Patientinnen und Patienten bei allen kieferorthopädischen Problemen ebenso kompetent wie verständnisvoll zur Seite.

Welche Therapieformen bei Zähneknirschen in Frage kommen, stellen wir Ihnen im kommenden Beitrag vor.

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