Die möglichen Ursachen und Folgen des Zähneknirschens haben wir bereits einmal in einem Beitrag erörtert. Wer selbst betroffen ist, möchte aber natürlich wissen, was sich dagegen tun lässt. Und hier gibt es gute Nachrichten. Auch wenn Bruxismus nicht in jedem Fall kausal therapiert werden kann, so ist die moderne Zahnmedizin mittlerweile im Stande, nahezu jedem Betroffenen zu helfen und das Leiden zumindest zu lindern. Wenn Sie sich einen ersten Überblick über die möglichen Therapieformen verschaffen möchten, sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen.

Die Schiene als Soforthilfemaßnahme

In vielen Fällen ist es selbst für erfahrene Ärzte und Kieferorthopäden gar nicht so einfach abzuklären, durch welche Faktoren das Zähneknirschen eigentlich ausgelöst wird. Als erste Gegenmaßnahme wird deshalb meist eine Aufbissschiene verordnet. Dabei handelt es sich um eine an den Zahnbogen angepasste Kunststoffauflage, durch die Über- und Fehlbelastungen der Zähne und der Kiefergelenke kompensiert werden können.

Diese Schiene müssen Sie nur nachts tragen. In dieser Zeit erfüllt sie gleich zwei Aufgaben: Eine professionell angefertigte Aufbissschiene entlastet die Kiefergelenke und schütz vor allem die Zähne vor dem Abrieb, der sonst eine unvermeidliche Folge des Zähneknirschen wäre. Darüber hinaus kann die Schiene der Diagnose dienen. Eine Analyse der Spuren, die die nächtlichen Kieferaktivitäten hinterlassen, gibt zum einen Aufschluss darüber, wie stark der der Bruxismus ausgeprägt ist. Zum anderen sind in manchen Fällen sogar Rückschlüsse auf die Ursachen der Störung möglich.

Physiotherapeutische Maßnahmen

Wenn eine Kombination aus Stress und dadurch bedingten Verspannungen die Ursache für den Bruxismus ist, können physiotherapeutische Maßnahmen sehr hilfreich sein. Die Patienten lernen auf die richtige Körperhaltung beim Arbeiten zu achten. Das ist gerade für Personen, die täglich wenigsten acht Stunden vor einem Bildschirm sitzen, besonders wichtig. Die Patienten werden außerdem mit krankengymnastischen Übungen vertraut gemacht, die ihnen dabei helfen, die betroffenen Muskelgruppen regelmäßig zu lockern und so Verspannungen vorzubeugen.

Wenn psychischer Stress die Hauptursache für das Problem darstellt, werden den Betroffenen darüber hinaus Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training vermittelt. Sie helfen dabei mit Stress besser umzugehen. Die bewusste Auseinandersetzung mit anstrengenden Situationen am Tag sorgt oft dafür, dass diese nicht mehr nachts verarbeitet werden müssen und die Zähne zum Knirschen bringen.

Verhaltenstherapie

Insbesondere dann, wenn das Problem nicht nur im Schlaf auftritt, sondern Betroffene auch tagsüber regelmäßig mit den Zähnen knirschen, kann eine Verhaltenstherapie Besserung bringen. Die Patienten lernen dabei, sich bestimmte Verhaltensmuster bewusst zu machen und diese gezielt abzustellen. Dabei werden sie von einer modernen Technik unterstützt. Mit Hilfe der Biofeedback-Methode, die mit elektrischen Sensoren arbeitet, welche am Körper angebracht werden, wird den Patienten am Bildschirm verdeutlicht, welche Muskelgruppen sie übermäßig anspannen. Die Visualisierung macht es den Betroffenen dann leichter, ihre Verhaltensmuster zu erkennen und zu korrigieren.

Psychotherapie

Manchmal ist es nicht einfach nur Alltagsstress, der uns mit den Zähnen knirschen lässt. Einige Patienten leiden an tiefergehenden seelischen Problemen, die professionell behandelt werden sollten. Wenn der Verdacht besteht, dass das Zähneknirschen auf ein psychisches Trauma oder eine andere seelische Störung zurückzuführen ist, sollte der Betroffene einen Psychotherapeuten konsultieren. Parallel zur Therapie verbessert sich das Zähneknirschen in solchen Fällen oftmals von allein. Dennoch sollte zusätzlich eine Schiene zum Schutz des Kauapparats getragen werden, bis der Bruxismus nicht mehr auftritt.

Botox

Botox ist den meisten als Produkt gegen unschöne Falten rund um die Augen und auf der Stirn bekannt. Es handelt sich, im einen Giftstoff, der die Muskeln lähmt. Nur in sehr schweren Fällen von Bruxismus kann dieser Effekt dabei helfen, das unbewusste Knirschen mit den Zähnen zu verhindern. Das Nervengift wird dann in den großen Kiefermuskel gespritzt. Die Dosierung wird so festgesetzt, dass der Muskel zwar nicht vollständig gelähmt, aber deutlich inaktiver wird. So lässt nicht nur das Zähneknirschen nach, der Patient kann auch weit weniger Kraft ausüben, was die Zähne entlastet. Besonders zu empfehlen ist eine Botoxbehandlung, wenn ein Patient tagsüber ständig mit den Zähnen knirscht und eine Verhaltenstherapie keinen Erfolg gebracht hat.

Beratung und Hilfe bei Zähne knirschen

Es gibt also Hilfe gegen das ebenso lästige wie schädliche Zähneknirschen. Welche Therapie für Sie die Optimale ist, besprechen Sie am besten mit einer versierten Zahnärztin oder Kieferorthopädin. Frau Dr. Christine Voslamber besitzt langjährige Erfahrung bei der ganzheitlichen Behandlung von Kiefergelenkproblemen. Sie kennt die Möglichkeiten und Grenzen einer Therapie mithilfe individuell angepasster Aufbissschienen und berät Sie hierzu gerne.

Dr. Voslamber - Praxis für Kieferorthopädie hat 4,68 von 5 Sternen | 71 Bewertungen auf ProvenExpert.com