Wie lassen sich Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Babys und Kindern vermeiden?

Posted at Nov 29, 2017 | Posted in  Praxis | By Praxisteam Voslamber |


 
Schon wenn sich die Milchzähne ihren Weg bahnen, sollten Eltern auf die Zahngesundheit Ihrer Kinder achten. Auch dann, wenn der Eindruck entsteht: Es ist doch alles in Ordnung bei meinem Kind.
 
Ein besonderes Augenmerk gilt folgenden Kriterien:
– Die Zähne wachsen nicht gerade, sondern schief oder sogar übereinander.
– Die Backenzähne des Ober- und Unterkiefers passen nicht richtig zueinander.
– Die Kiefergelenke schließen nicht optimal ab.
 
Diese Probleme wirken sich negativ auf die Muskulatur sowie das Knochenwachstum aus und können bei ausbleibender Behandlung zu lebenslangen physischen Erkrankungen führen.
 
Dazu gehören folgende Symptomatiken:
– Spannungskopfschmerzen
– Sprachstörungen (Lispeln)
– Schulter- und Nackenschmerzen sowie
– Rückenproblemen
– Magen-Darmprobleme (die Nahrung wird nicht richtig gekaut und vorverdaut)
 
Aber auch psychischen Schäden können auftreten.
 
Dazu gehören beispielsweise:
– Minderwertigkeitsgefühle
– verletztes Schamgefühl
– Kontaktschwierigkeiten
 
Diese Probleme können mit einer korrekten und kontinuierlichen Vorsorge, die bereits im Kleinkindalter beginnen sollte, vermieden werden. Kommt es zum Verlust der Milchzähne durch Karies oder einen Unfall, ist der sofortige Besuch bei einem Zahnarzt und/ oder Kieferorthopäden unausweichlich. Es besteht die Gefahr, dass sich die neuen Zähne bereits mit einer deutlichen Fehlbildung ihren Weg bahnen und einen Fehlbiss verursachen.

Fatal ist auch, dass bei einem Verlust der Zähne dem Kieferknochen der Druckanreiz für ein korrektes Wachstum der neuen Zähne fehlt. Es kann passieren, dass der Kieferknochen nicht weiterwächst oder sogar zurückweicht. Infolgedessen kommt es zu einer Lockerung der Zähne und im schlimmsten Fall sogar zu einem Zahnausfall.
Auch wenn viele Fehlstellungen im Zahn- und Kieferbereich genetisch bedingt sind, entstehen ca. 40 Prozent der Fehlstellungen im Kleinkindalter.
 

Die Ursachen finden sich häufig in schlechten Angewohnheiten

Mögliche Ursachen für Fehlstellungen können ein Dauernuckeln am Daumen, das Trinken an nicht kiefergerecht geformten Saugern des Fläschchens, mangelnde Zahnhygiene, zu viel Zucker oder zuckerhaltige Nahrungsmittel, zu viele Säuren, Mangelerscheinungen durch eine unzureichende Ernährung, Bakterienübertragung, wenn z. B. Mama den Sauger ablutscht, oder Mund- statt Nasenatmung sein.

Eltern sollten darauf achten, dass diese Faktoren von Anfang an gar nicht erst auftreten, damit die Entwicklung der Zähne nicht unnötigerweise negativ beeinflusst wird.
Wesentlich besser ist es, Daumenlutschern einen Schnuller mit dünnem und kiefergerechtem Steg anzubieten. Allerdings nach Möglichkeit nur bis zum zweiten Lebensjahr. Ab dem vierten Lebensjahr sollte der Schnuller tabu sein.
Beim Schnullerkauf sollten Eltern nicht nur auf die anatomische Form, sondern auch auf Schadstofffreiheit achten. Auch sollte das Loch des Saugers nicht erweitert werden. Das Trinken muss mit einem gewissen Kraftaufwand als Training für die Muskulatur und das Kiefergelenk erfolgen.
Wenn Kleinkinder partout nicht auf den Schnuller verzichten möchten, kann eine vom Kieferorthopäden angepasste Mundvorhofplatte angepasst werden. Diese hilft häufig bei der Schnullerentwöhnung und empfiehlt sich zudem bei einer starken Fehlstellung.

Zudem ist es günstig, wenn der Nachwuchs in den ersten Lebensmonaten gestillt wird, weil damit die Muskulatur der Zunge sowie der Lippen und Wangen trainiert wird. Der Lippenschluss beim Saugen an Mamas Brustwarzen fördert zudem die Nasenatmung, die auch für die Sprachentwicklung wichtig ist.
 

Die richtige Ernährung und Zahnpflege ihres Kindes für gesunde Zähne

Milchzähne sind der Platzhalter für die bleibenden Folgezähne. Deshalb ist von Anfang an eine richtige Zahnhygiene und Mineralstoffversorgung wichtig für Ihr Kind. Damit sich eine widerstandsfähige Zahnsubstanz bilden kann, muss für eine ausgewogene (ausreichende) Mineralstoffversorgung im Blut und in der Körperflüssigkeit, und eine gesunde Ernährung gesorgt werden. Eine gute Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen kann über eine kombinierte Gabe von Vitamin D- und Fluoridtabletten erreicht werden. Fluorid ist für eine gesunde Knochen- und Zahnbildung erforderlich und wirkt gleichzeitig einer Zerstörung der Zähne durch Karies entgegen. Für die spätere Zeit wird häufig empfohlen, eine fluoridierte Kinderzahnpasta und fluoridiertes Speisesalz zu benutzen.

Wichtig ist auch, dass Kinder nicht andauernd Zucker oder zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren. Das gilt auch für gesüßten Tee, gesüßte Säfte, Softdrinks, gezuckerte Fertignahrung und viele weitere Produkte aus der Palette der Fertignahrung und Snacks für Babys, Kleinkinder und Kinder. Auch Honig, Ahorn- und Rübensirup schädigen die Zahn- und Knochensubstanz. Vor allem das Trinken von gesüßten Getränken mit der Nuckelflasche wirkt kariesfördernd, weil der Zucker mit seiner schädigenden Wirkung beständig auf die Zähne einwirken. Empfehlenswert ist daher, viel Mineralwasser zu trinken zu geben, damit die Zellen ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Alternativ zum Zucker kann mit Kokosblütenzucker gesüßt werden, der die negativen Eigenschaften von raffiniertem Haushaltszucker nicht aufweist.
 

Welche Rolle spielt die Atmung für die frühe Zahnentwicklung?

Die physiologisch korrekte Nasenatmung ist im Gegensatz zur Mundatmung wichtig, damit sich nicht nur die oberen Atemwege normal entwickeln. Auch für die Entwicklung der Zähne und des Kiefers ist sie von großer Bedeutung. Die eingeatmete Luft wird gereinigt, befeuchtet und auf Körpertemperatur erwärmt. Die Schleimhäute der Bronchien werden dadurch geschützt.

Im geschlossenen Mund verbleibt die Zunge korrekt am Gaumen, wodurch das Gaumenwachstum gefördert wird. Zudem umhüllt der Speichel die Zähne, wodurch verloren gegangene Mineralien wieder in den Zahnschmelz eindringen.

Atmet das Kind immer wieder oder ständig durch den Mund, kann die Ursache in vergrößerten Gaumen- bzw. Rachenmandeln liegen. Hat das Kind lange am Daumen gelutscht oder den Schnuller benutzt, kann ein lutschoffener oder habituell offener Biss entstanden sein, der oft zur Mundatmung führt. Zu erkennen ist er an einer Lücke zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen. Eine Kieferfehlstellung sowie Infektionen der oberen Atemwege aber auch Karies können die Folge sein.